WEGE zum WESENTLICHEN - Adjuvante Methoden in Existenzanalyse & Logotherapie

WEGE zum WESENTLICHEN - Adjuvante Methoden in Existenzanalyse & Logotherapie



Herbstsymposium 2013, 27.-28. September auf Schloss Goldegg, Salzburg

Leider empfing uns das Sonnenplateau Goldeggs mit seinem von Wäldern und Bergen umgebenen romantischen See am ersten Tag mit Nebenschwaden und Regenwolken. Das hielt uns aber nicht davon ab, in Pre-Workshops von Christoph Kolbe zur phänomenologischen Gesprächsführung, von Markus Angermayr zur Körperarbeit, von Renate Bukovski und mir zu PEA-Intensiv im Vorfeld des Herbstsymposiums engagiert zu arbeiten.

Das Herbstsymposium wurde dann in der gefüllten Dachhalle mit einem sehr informativen Gespräch, das Renate Bukovski mit der Ehrenvorsitzenden der GLE-Österreich, Lilo Tusch führte, eröffnet. Lilo Tutsch definierte darin die Eckpfeiler der Thematik des diesjährigen Herbstsymposiums und hob die Bedeutung der Differenzierung zwischen adjuvanten und additiven Methoden in der EA hervor. Helene Drexler, eine langjährige Vertreterin kreativer Methoden in der Existenzanalyse verortete die verschiedenen adjuvanten und additiven Verfahren vor der Hintergrundfolie der Personalen Existenzanalyse. Danach erzählte Uschi Reischer von ihrer Beschäftigung und ihrem Zugang zu systemischen Strukturaufstellungen und kam darüber mit der Psychotherapeutin Traudl Szyskowitz ins Gespräch. Der eher narrative Zugang ließ leider den Bezug zur Existenzanalyse etwas zu wenig berücksichtigt. Es wäre interessant gewesen, welche anthropologischen Unterschiede es gibt und wie Freiheit und Verantwortung in den eher deterministisch anmutenden Beziehungsstrukturen berücksichtigt werden können. Renate Bukovski arbeitete nach der Pause in ihrem Achtsamkeitsvortrag u.a. Unterschiede in der absichtslosen Achtsamkeitspraxis und den Intentionen der Psychotherapie heraus. Es sind demnach eher die der Achtsamkeitspraxis zu Grunde liegen Haltungen, welche salutogenetische Effekte erzeugen können.

In der anschließenden Mitgliederversammlung wurde von den vielen Tätigkeiten der abgelaufenen Vorstandsperiode berichtet, der alte Vorstand entlastet und bedankt und das neue Vorstandsteam um Renate Bukovski als neuer Vorsitzender einstimmig gewählt.

Der Festabend mit feiner Musik, Essen und Trinken wurde durch die berührende Diplomfeier zu einem lebendigen Fest mit guter Stimmung und einem originellen „Zitatquiz“.

Die vielfältigen Workshops am Samstagvormittag wurden von den TeilnehmerInnen intensiv genutzt und ganz überwiegend begeistert aufgenommen.

Den Samstagnachmittag - mittlerweile war auch die Herbstsonne zurück gekehrt -“ eröffnete Rupert Dinhobl mit Ausführungen zu einer Schmerztherapie vor dem Hintergrund der Personalen Existenzanalyse. Die nachvollziehbaren Schritte gaben Zuversicht im Umgang mit einem schwierigen psychosomatischen PatientInnengut. Anschließend präsentierte Christoph Kolbe sein Modell einer phänomenologischen Gesprächsführung in anschaulicher Klarheit. Die abschließende kurze Podiumsdiskussion war vom Setting und von den elektronischen Medien her nicht ganz geglückt. Wir hoffen allerdings, dass die nicht mehr zahlreich anwesenden SymposiumsteilnehmerInnen trotzdem die Wortmeldungen von ReferentInnen und TeilnehmerInnen nachvollziehen konnten.

Renate Bukovski verabschiedete abschließend als neue Vorsitzende der GLE-Österreich die SymposiumsteilnehmerInnen, dankte den vielen HelferInnen und hob dabei Sabine Wutschek, Doris Kessler und Magdalena Bucher mit besonderem Dank hervor.

Es bleibt zu hoffen, dass die Inhalte des Herbstsymposiums für die jeweilige therapeutische und beratende Arbeit einen Beitrag für mehr Klarheit dazu geleistet haben, vor welchem existenzanalytischen Hintergrund was, wann, wie eingesetzt wird.

Toni Nindl